Schach unter dem Weihnachtsbaum

Erfreulicherweise lebt in Potsdam eine Schachtradition wieder auf – der SV Babelsberg 03 lädt zum 38. Potsdamer Weihnachtsopen. Los ging es aber erstmal mit einem Schnellschachturnier mit dem klangvollen Namen „Schach unter dem Weihnachtsbaum“.

7 Runden wurden im VIP-Raum des Karli gespielt bei einem Modus von 10+5. Ein interessanter Modus – man spielt Schnellschach, darf aber auch nicht zu viel herumtrödeln, da man sonst schnell ins Blitzen kommt. Verlieren auf Zeit kann man eigentlich nicht.

Rolf Trenner gab nicht nur den Weihnachtsmann, sondern auch den Turnierorganisator. Und überhaupt standen viele Weihnachtsmänner herum, manche aus Luft, viele aus Schokolade und manche auch nur, wie der Autor dieser Zeilen, mit dickem Bauch getarnt.

25 Teilnehmer waren da, zumeist aus Potsdam und Umgebung wie etwa Nauen. Sogar ein versprengter Berliner hatte sich nach Potsdam verlaufen. Das Gerücht, dass Berliner Berlin nie verlassen und sich nicht nach Brandenburg trauen, wäre also wiederlegt.

Von unseren Verein wagten sich drei Jugendliche (Tigran, Leopold und Peter) sowie ein älterer Herr (René) ans Brett. Und es lief recht unterschiedlich.

René musste gleich in der ersten Runde gegen einen wertungslosen Gegner ran. Und reichte dem Gegner dann die Hand zur Aufgabe rüber. Was dieser mit großer Erleichterung zur Kenntnis nahm, da in diesem Augenblick ungedeckt sein Turm hing. Im Laufe des Abends wurde es auch nicht besser. 2,5 Punkte und schlechtester PSVler zum Schluss.

Dann war da dieser 8-jährige Mykhail Komar, der genau zwei Punkte machte – und zwar gegen Tigran und René. Peter hatte mit ihm spannenderweise keine Schwierigkeiten.

Überhaupt war festzustellen, Tigran und René beobachteten eher hinten das Geschehen. Während Peter es immerhin mal an Brett 2 schaffte, kritisch beäugt von Leopold.

Peter legte mit 1,5 Punkten gegen nominell stärkere Gegner gut los, streute dann noch einen Sieg und ein Remis ein und war am Ende mit 3 Punkten dabei.

Bester PSVler wurde Leopold auf den 10. Platz mit 4 Punkten. Nach Runde 4 und offensichtlicher Stärkung legte er einen Endspurt hin. Zwei Remis nebst einen Sieg gegen höher bewertete Gegner.

Tigran fiel vor allem auf, da er öfters von Peter auf zwei Armen durch die Gegend getragen wurde. Der Autor dieser Zeilen rätselt drei Tage nach dem Turnier immer noch, wieso.

Schachlich wusste Tigran selber zu berichten, dass es nicht so läuft. Erst in der 4. Runde kam der 1. Punkt, dann noch ein zweiter Punkt gegen einen nominell schlechteren Gegner. In der 7. Runde kam es dann auch noch zur Vereinspaarung zwischen René und Tigran. Im Rahmen des Weihnachtsfriedens einigte man sich auf ein Remis.

Alles in Allen ein schönes Turnier so kurz vor Weihnachten in entspannter und gemütlicher Atmosphäre. Schachlich hat von den PSVlern Leopold geglänzt, während der Rest mit Freude bei der Sache war.

Ergebnisse

19. Schnellschach-Neustadt-Open Magdeburg

Am 30.11.2025 fanden parallel zum Schnellschach-Open (ca. 60 Teilnehmer) in der Mensa, neben der Universitätsbibliothek Magdeburg, der 16. Universitäts-Jugend-Cup und das Mädchenopen LSJ statt. Drei Turniere zugleich auszurichten stellt sicherlich eine besondere Herausforderung für die Turnierorgansiatoren dar. Vielleicht war dies der Grund für den etwas holprigen Start. Erst wurden die Ansetzungen der ersten Runde des Schnellschach-Neustadt-Opens für jedes einzelne Brett mündlich verkündet und die Spieler darum gebeten, sich entsprechend zu platzieren. Nach dem sich alle gesetzt hatten, war ich nicht der Einzige, der allein am Brett saß. Schnell wurde festgestellt, dass sich auf der Teilnehmerliste mehr Spieler befanden als tatsächlich vor Ort waren. Es kam zur Neuauslosung. War ich eben noch an Nr. 10 gesetzt und optimistisch zum Auftakt einen Gegner zu erhalten, gegen den ich auf Grund der Turnierwertzahl(TWZ)-Differenz gute Chancen haben sollte, wurde ich nun überraschend Karsten Hansch (TWZ über 2200 und später auch Turniersieger) an Brett 2 zugelost.Wie konnte das sein, immerhin sollte laut Ausschreibung das Schweizer System angewendet werden? Bei der Auslosung wurde die Teilnehmerliste scheinbar nicht nach der TWZ geordnet. Um weitere Verzögerungen zu vermeiden wurde gespielt wie ausgelost. Immerhin waren nun alle Bretter von Weiß und Schwarz besetzt.

Die 1. Partie, in der ich die schwarzen Steine führte begann recht solide, jedoch machte ich im Mittelspiel ungenaue Züge und zog mir so einige Schwächen zu. Karsten Hansch nutzte diese gekonnt aus und setzte sich erwartungsgemäß durch. Auf Grund der Auslosung nach ungeordneter Setzliste, war unklar wie stark mein Gegner in der zweiten Runde sein wird. Zu meinem Glück stellte dieser in der Eröffnung eine Figur ein, kämpfte aber weiter und gab erst nach einem Läuferopfer auf auf h6, welches mir zwei Bauern und einen Turm bringen sollte auf. Die Züge nach dem Opfer überzeugte mich davon, dass der Einsteller wirklich ein Missgeschick war und die Recherche an der Teilnehmerliste ergab eine TWZ über 1700.

In der 3. (TWZ 1511) und 4. (TWZ knapp unter 1900) Runde konnte ich weitere Siege für mich verbuchen. In der 5ten (TWZ ca. 2060) Runde führte ich wieder die Schwarzen Steine und hatte im Verlauf der Partie immer mehr Mühe diese ausgeglichen zu halten. Als die Leichtfiguren abgetauscht waren und mein Gegner seine Angriffsbemühungen intensivierte übersah er jedoch eine Kontermöglichkeit, die mit einem Schach auf der 1 Reihe begann und ohne Unterbrechung mit Schachs fortgeführt werden konnte. Es wurde je ein Turm getauscht und der gegnerische König musste von B1 bis A6 wandern. Nach einem weiteren Schach durch meine Dame gab mein Gegner auf, da ein Matt oder ein Damenverlust mit späterem Matt unvermeidbar waren.

Die 6te Partie verlief recht wild – Caro Kann mit 4.g4. Ich erinnerte mich an ein paar Chessable -Lektionen und versuchte diese umzusetzen. Trotz des Gefühls Züge vertauscht zu haben hielt ich die Stellung und konnte mir sogar zwei Bauern mehr erspielen. Jedoch musste ich dafür einen gut positionierten Springer zulassen, welcher es mir sehr erschwerte den rein materiellen Vorteil nutzen zu können. Obwohl ich zwischendurch etwas mehr Bedenkzeit auf der Uhr hatte, musste ich doch erkennen, dass diese bei mir zunehmend schwand. Ich gab einen Bauer zurück, tauschte einen Turm, aber die Komplexität ließ nicht nach. Mit dem Gefühl nicht die günstigste Variante gefunden zu haben, bekam ich die Partie und die Zeit nicht mehr in den Griff . (Gegner TWZ 1937)

In der 7ten (TWZ ca. 1990) führte ich die weißen Steine gegen die Königsindische Verteidigung. Im Verlaufe der Partie konnte ich mich recht solide entwickeln. Mein Gegner agierte etwas ungenau und erhielt einen rückständigen Bauern auf c6. Ich plante also den Druck auf den Bauern zu erhöhen, beim Versuch diesen zu decken, übersah mein Gegner eine Springergabel, welche mir die Qualität gebracht hätte und gab auf.

In der 8ten Runde durfte ich am zweiten Brett ran. Gegen FM Vinzent Spitzl (TWZ 2360) konnte ich auch mit den Weißen Steinen schlicht nichts ausrichten und wurde überspielt. In der 9ten Runde hatte ich Schwarz gegen Spieler Sebastian Haubold (TWZ 2184 – U16). Da mir nicht klar war, ob wir mit einem Sieg noch Chancen auf ein Preisgeld haben, erwartete ich eine schwere Partie. Es kam eine Caro-Kann-Variante aufs Brett und mein Gegner bot für mich überraschend nach ca. 10 Zügen Remis. Etwas verdutzt nahm ich das Angebot an und vermutete später, dass sich mein Gegner spätestens damit den U16 Preis sicherte.

Insgesamt fand das Turnier in angenehmer Atmosphäre und die Turnierleitung gab dem ganzen einen besonderen Charme. Ein Preisgünstiges Buffet wurde ebenfalls bereit gestellt. Rundum ein empfehlenswertes Turnier.

Bericht von Carsten Kühne

Herbstcup in Rüdersdorf 2025

48 Spieler sollten den Weg nach Rüdersdorf finden. 42 Spieler wurden es letztendlich im Hauptturnier. Die anderen sechs Spieler verbrachten den Vormittag in einer Vollsperrung auf der Autobahn. Nicht so das Potsdamer Team (Max, Tigran und René), die Dank der Verwendung von Google Maps den Stau galant umfuhren.

In Rüdersdorf gehen die Uhren etwas anders. Der Herbstcup findet kurz vor dem 1. Advent statt. Ordnungsgemäß ist auf dem Schulhof ein Weihnachtsmarkt aufgebaut. Was so seine Vor- und Nachteile hat. Nachteilig ist ganz klar die laute Weihnachtsmusik ab der 6. Runde, sie so Klassiker wie „Life ist Life“ in einer Rapversion intoniert. Vorteil ist, es gibt Kuchen und Wildschweingulasch. Was das sonst schon üppige Catering von den Rüdersdorfer Schachmamas nochmals deutlich aufwertete.

Im Auto wurde das Ziel ausgegeben. Tigran sollte 4 Punkte erzielen, René peilte 5 Punkte an und Max wäre mit 2 Punkten gut dabei. Soweit so gut, soweit die Wünsche auf die Realität prallen.

Bei René ging es schon gut los. In der ersten Runde wird gegen eine Rüdersdorfer Schülerin erstmal der Läufer stehen gelassen. Der nun mühevoll samt der Partie zurück gewonnen werden muss. Das kommt im Laufe des Vormittages noch öfters vor und führt zu mageren 1,5 Punkten aus 4 Partien. Wobei René in der zweiten Runde auch noch das Pech hat, gegen Tigran gelost zu werden. Eine ausgeglichene remisiege Stellung. René rechnet, zieht f5 und das Gegenüber nimmt den Bauern mit den Turm ohne schlechtes Gewissen heraus. Kein Respekt vor dem Alter, Punkt für Tigran.

Der setzt am Vormittag noch ein Achtungszeichen gegen den starken Barnimer Nachwuchs Jossip Schmidt. Dessen Mutter beäugt die Angelegenheit kritisch. Irgendwas beäugen tut auch der junge Schiri, der am Brett steht. Jedenfalls nicht die Partie. Neben dem Brett quatschen zwei Jugendliche, was der Schiri ignoriert. Da muss René die beiden anherrschen, einmal still zu sein. Es zeigt sich die Nachteiligkeit, wenn ohne Inkrement gespielt wird. Die Figuren fliegen nur so umher. Da landet der König erst unter den Tisch und dann auf irgendeinen Feld. Jossip und Tigran machen Züge, die kein Regelbuch versteht. Der Schiri kiekt und greift nicht ein. Jossip hat das bessere Zeitmanagement, Tigran die Mehrfiguren. So fällt bei Tigran das Blättchen, mangels Figuren kann Jossip nicht matt setzen. Also Remis!

Tigran spielt vorne mit

Max läuft in den einen oder anderen Angriff hinein. Aber dann ist er da, ein Sieg und ein Punkt. Das Tagesziel ist zur Hälfte geschafft.

Max in Action

Es muss sich dringend mit einer Bockwurst gestärkt werden. Der Weihnachtsmarkt bietet leckere Cookies, Schmalz und Marmelade. Der in kulinarischen Dingen erfahrene René macht einen Großeinkauf.

Bleiben noch drei Runden. Bei René läuft es gut, zwei Punkte in Folge. Da stimmt die Bilanz wieder. In der letzten Runde wartet dann mit Casta eine wirklich nette Rüdersdorferin. Nach einer wilden Partie heimst sie den Punkt und damit auch den Sieg in der Seniorenwertung ein.

Max sieht sieht sich nun ehrgeizigen Nachwuchs gegenüber. Auch an den hinteren Brettern wird um jedes Feld gekämpft. Die Gegner agieren angriffslustig. Leider muss sich Max geschlagen geben. Kein Punkt, aber dafür eine Zeitschrift Jugendschach mit Taktikaufgaben, die für das nächste Turnier vorbereiten.

Tigran spekuliert nun auf den Jugendpreis und beauftragt René, einen Konkurrenten aus dem Weg zu räumen. Das gelingt. Tigran selbst fegt dafür die großen Damen hinweg. Die arme Cordelia Koppe hat diesmal keine Chance. Dann noch ein Remis gegen eine 1800 und ein Pokal ist sicher.

Das war ein schönes gemütliches Turnier in einer wirklich netten Kombination mit dem Weihnachtsmarkt. Max hat sein Tagesziel nicht ganz, aber zur Hälfte erreicht. René konnte nach erfolgreicher Stärkung mit Kuchen noch das das Turnier retten und landete mit 3,5 Punkten auf Platz 19. Überraschend bester Potsdamer war wie schon in der Schlacht zu Dennewitz Tigran, der mit 4 Punkten zufrieden auf Platz 13 kam. Und den 2. Platz in der U18-Wertung belegte.

Wer kann, der kann…

Wer einmal mitspielen will, kann dies beim Wintercup im März machen. In Rüdersdorf gehen die Uhren etwas anders. Daher wird der Wintercup im Frühling sein. Der Termin wird bald bekannt gegeben.

16. Schachopen Falkensee

Von 31.10. 2.11. fand das schon traditionelle Schachopen in Falkensee statt. Fünf Schachfreunde nutzen die Gelegenheit, hier mitzuspielen. Michael Fuhr, auch schon ein Urgestein, war als Schiri tätig.

Vom 31. Oktober bis 2. November 2025 fand in Falkensee das XVI. Falkenseer Open statt und lockte erneut über 120 Schachbegeisterte aus ganz Brandenburg und darüber hinaus an die Bretter. Das traditionsreiche Turnier wurde in zwei Gruppen nach DWZ ausgespielt.

Besonders erfreulich war der starke Auftritt unserer Vereinsmitglieder.

In der Königsgruppe erreichte Adrian Faust mit 4,5 Punkten aus fünf Runden einen hervorragenden 2. Platz und musste sich nur punktgleich dem Gesamtsieger Sebastian Haubold aus Magdeburg geschlagen geben.

Der Turnierdirektor Mario Oberling übergibt den 2. Preis an Adrian Faust

Auch Dave Möwisch spielte ein sehr gutes Turnier und landete mit 3,5 Punkten auf Platz 6 im Vorderfeld der Tabelle. Rene Kellner sammelte solide 2,5 Punkte, immerhin Platz 36.

In der Turmgruppe vertrat Tigran Kramer den Potsdamer SV Mitte e.V. und erreichte mit drei Punkten ein gutes Ergebnis unter den Leistungsträgern. Ein dickes DWZ-Plus steht hier zu Buche. Max Harrer fand sich mit 0.5 Punkten auf Platz 58 wieder. Max stellte sich dem sportlichen Wettbewerb mit großem Einsatz und sammelte wertvolle Turniererfahrung, auf die er bei kommenden Turnieren aufbauen kann.

Drumherum gab es einiges zu Erleben und zu bestaunen. Freunde und Mütter zauberten wieder ein phänomenales Küchenbuffet zusammen. Gleichwohl erforschten die PSVler auch die kulinarischen Welten Falkensees, zumindest die eines Griechen und Asiaten in Reichweite.

Die Pokale wurden aus einer Künstlerin aus Mecklenburg-Vorpommern gestaltet und sahen nicht nur gut aus, sondern wirkten auch leicht zerbrechlich. Wein und Honig gab es dazu.

Was die DSAM macht, kann Falkensee schon lange. So gab es dieses Jahr mit Thomas Pähtz einen Gastgroßmeister, der ein Simultan gab und auch für Partieanalysen angesprochen werden konnte.

Erwähnenswert auch die An- und Abreisen, bei denen reichlich Gelegenheit bestand, neue musikalische Werke für sich zu entdecken und insbesondere das Repertoire von Abba mitzugrölen.

Ein schönes Turnier, dass man hoffentlich auch im Jahr 2026 besuchen und spielen kann.

20. Werner-Heise-Gedenkturnier

Nils und René standen früh, sehr früh auf, um zum 20. Werner-Heise-Gedenkturnier zu fahren. Sieben Runden Blitzschach mit dem relativ seltenen Modous 5+3 wollten bewältigt werden. Das Turnier wurde von Dieter Klebe organisiert.

Werner Heise aus Angermünde war ein langjähriger Schachfunktionär und Trainer, der den Schachsport in der Uckermark nachhaltig geprägt hat.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde zunächst Kurt Arnold Leiter der Sektion Schach in Angermünde, bevor Werner Heise diese Funktion im Jahr 1953 übernahm. In den folgenden Jahrzehnten prägte er maßgeblich den Schachbetrieb in der Region. Er leitete jahrzehntelang das Training junger Schachspieler, insbesondere im Angermünder Pionierhaus, und förderte den Nachwuchs durch regelmäßige Teilnahme an Kreis- und Bezirksmeisterschaften

Zu Ehren seiner Verdienste richtet die Schachabteilung der TSG Angermünde seit 2005 jährlich das Werner-Heise-Gedenkturnier aus, das bis heute fester Bestandteil des lokalen Schachkalenders ist. Dieses Turnier findet regelmäßig im Haus der Generationen in Angermünde statt und zieht Spieler aus der Region und darüber hinaus an.

13 Teilnehmer fanden den Weg nach Angermünde, darunter eine reiselustige Gruppe aus Müncheberg. Den weitesten Weg hatte ein Spieler aus Greiz im schönen Thüringen. Vom gastgebenden Verein war mit Alfred Wendt leider nur ein Teilnehmer dabei, dieser aber mit stolzen 91 Jahren.

Gleich in der ersten Runde gab es mit René und Nils die Vereinspaarung, die man eigentlich nicht will. Es wurde eine wilde Partie. Nils gewann die Qualität, um dann seinerseits einen Springer zu verlieren. René glaubte schon, den Sieg nach Hause zu holen. Nils, der Taktikschlingel, hat aber immer noch einen Trick auf Lager, so auch diesmal. Und fuhr den ersten Punkt ein.

Aber auch der Mitfavorit Ralf Hammel musste in der zweiten Runde einen Punkt liegenlassen, während Nils am 1. Brett seine Kreise zog. Irritationen derweil am 4. Brett. Schwarz beschwerte sich, dass die Uhr nicht läuft bzw. ständig bei Schwarz läuft. Weiß wies in der folgenden Diskussion darauf hin, dass Weiß eben so schnell spielt, dass es Schwarz gar nicht mitkriegt. Das ist eben Blitzschach.

In der 4. und 5. Runde legte Nils schließlich ein Remis ein, was die Gelegenheit für den Müncheberger Nagler, ein gewiefter Blitzprofi, und Ralf Hammel bot, wieder aufzuschließen. Also musste nochmal rangeklotzt werden. Zwei Siege und Nils konnte mit 6 Punkten vor Ralf Hammel mit 5,5 Punkten und Jörg Wulff mit 4,5 Punkten für sich entscheiden.

Das Siegertrio v.l.n.r. Ralf Hammel, Nils Werthmann und Jörg Wulff

Nils muss nun zum 21. Werner-Heise-Gedenkturnier 2026 wieder kommen. Denn es gab ein Wanderpokal, der natürlich weiter gegeben werden muss. Denn behalten darf man den Pott erst, wenn man das Turnier dreimal gewonnen hat.

Ein schönes kleines gemütliches Turnier, das sich sicher über ein paar mehr Teilnehmer freuen würde.

Ergebnisse:

https://www.findchessgames.com/index-0134,224,1355%7C2%7C1332.html

Turnierrundschau September und Oktober 2025

Im September bis Mitte Oktober fanden einige Turniere statt, an denn auch Schachfreunde unseres Vereines teilnahmen. Diese Übersicht erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern berichtet, was der Autor selbst mitbekommen hat.

Dahmelandpokal 2025

Der Dahmelandpokal 2025 wurde vom 3. bis 5. Oktober 2025 in Wildau ausgetragen. 62 Schachspieler fanden den Weg hierher und kämpften 5 Runden um Ruhm und Ehre. Schon traditionell nahm aus unseren Verein Heiko teil. In einen stark besetzten Feld, 10 Spieler hatten mehr als 2.000 DWZ/Elo, landete er auf Platz 3 mit 4,5 aus 5 Punkten. Auch Luca Mankel auf Platz 1 und Georg Tscheuschner auf Platz 2 hatten die gleiche Punktzahl, sodass die bessere Wertung entschied.

Ergebnisse

3. Albrecht-Beer-Gedenkturnier

Dave und René haben dieses Jahr den Dahmelandpokal ausgelassen und wollten mal was neues austesten. Die Wahl fiel auf das 3. Albrecht-Beer-Gedenkturnier von 2. bis 5.10.2025. Albrecht Beer, vor wenigen Jahren verstorben, ist in der Thüringer Schachszene eine Legende. Über Jahrzehnte hatte er sich für das Schach, insbesondere das Frauenschach und die Jugend bemüht. Ihm zu ehren richten die vier Schachvereine, die es in Gera gibt und einstmals ihre Rivalitäten pflegten, gemeinsam dieses Turnier aus.

Gera als Stadt überrascht. Zu DDR-Zeiten eher für den Abbau von Wismut bekannt, wirbt die Stadt heute mit ihren Sohn Otto Dix, einen Maler und Graphiker. Insbesondere durch die Bundesgartenschau 2007 wurden viele Parks angelegt. Eine hübsche Innenstadt samt kleinen Schloss und Orangerie komplettieren das Bild einer unterschätzten Stadt.

Neben Dave und René waren auch etliche Berliner am Start – etwa Manfred Lenhardt mit Vereinskameraden von Weiße Dame Berlin und starker Schachnachwuchs aus Oberschöneweide. Sogar 5 Norweger waren da.

Die Halle bot bei 7 Runden hervorragende Spielbedingungen. Viel Platz, selbstgebackenen Kuchen von diversen Muttis und eine große Menge, teils betagter Schiris, machten das Turnier zu einem Vergnügen. Die Thüringer Einzelmeisterschaft der Damen und Herren war in dem Turnier integriert. Kein Vergleich mit der Brandenburger LEM, die im Vergleich deutlich abfällt, was die Spielbedingungen angeht. Hier wäre zu überlegen, ob man sich an diesen Modell nicht ein Beispiel nehmen könnte.

Für René lief es nicht so gut, 2 Punkte aus 7 Runden und Platz 115 von 137 Spielern. Zu viele Endspiele gingen verloren. Dafür darf René jetzt wieder die Gruppe E bei der DSAM spielen, nachdem es hier mit der DWZ den Berg hinab ging.

Dave zog derweil am anderen Ende des Raumes und der Turniertabelle seine Runden. Er ist in der Form seines Lebens und hat mit seiner Zahl ein Allzeithoch. Sein Können zeigte er, in dem er eine 1900 nach der anderen vom Brett fegte. Platz 4 mit 5,5 aus 7 Punkten sprechen für sich.

Ergebnisse

25. Stadtmeisterschaft Nittenau

Die 25. offene Nittenauer Stadtmeisterschaft im Schach fand vom 19. bis 21. September 2025 in Nittenau statt. Dave, Nils und René wagten sich in ferne Gefilde und starteten eine Exkursion nach Bayern.

René fand das Turnier im Jahr 2020 auf den Höhepunkt der Pandemie. Der kleine Dorfverein mit 28 Mitgliedern, davon 12 Jugendlichen, stemmt das Turnier seit 25 Jahren und sich in 2020 auch gegen die Pandemie nebst bayrischer Coronaverordnung.

Nittenau ist eine Kleinstadt in der bayrischen Oberpfalz unweit von Regens-burg . Hier ist Bayern, wie man sich Bayern incl. Dialekt so vorstellt. Das Turnier findet in einen Wirtshaus in einem Turniersaal statt, in dem man sich in die 80er zurück versetzt fühlt. Geschlafen wird in einem Brauereigasthof gegenüber. Hier gibt es nicht nur 28 Sorten Bier, sondern auch einen wunderbaren Biergarten bzw. bei Regen eine Wirtsstube mit Hausmannskost, bei der es sich wunderbar zwischen und nach den Runden aushalten lässt. GM Michael Richter aus Berlin war jedenfalls auch schon da.

So kämpfte man sich also durch 5 Runden, merkwürdige Schachpartien, diverse Liter Bier und Schweinshaxen. Der PSV Potsdam hatte nicht nur die weiteste Anreise, sondern stellte auch den Turniersieger. Mit 4,5 Punkten aus 5 Runden und somit ungeschlagen holte Dave den Pott. Nils hatte etwas Wertungspech. Platz 2 bis 6 hatten jeweils vier Punkte. Allein die Gegner von Nils verloren alle in der letzten Runde. Somit blieb es für Nils auf Platz 5. René nahm auch etwas mit nach Hause, nämlich 3 kg Körpergewicht. Das Bier forderte seinen Tribut. Mit Platz 33 und 2,5 Punkte war das Turnier durchaus ok.

Ergebnisse

Schorfheide-Open 2025

Im September 2025 war Bernau erneut Schauplatz des beliebten Schachturniers „Schorfheide Open“. Bereits zum 17. Mal lieferten sich ambitionierte Erwachsene, Jugendliche und Kinder spannende Duelle um Pokale, Preisgelder, Medaillen und Urkunden, jeweils in zwei Gruppen.

In diesem Jahr gab es krankheitsbedingt zahlreiche kurzfristige Abmeldungen, sodass insgesamt 51 Teilnehmende im A- und B-Turnier am Start waren. Das A-Turnier wurde als FIDE-Rapidturnier ausgetragen und zählt zur offiziellen internationalen Schnellschach-Wertung.

Tyron und René machten sich diesmal auf den Weg. Unser FM war der Favorit. Das der Weg aber kein leichter ist, wie Xavier Neidoo einst sang, musste er erfahren. René remisierte zu seiner Überraschung gegen den starken Gerrit Geldner, Tyron musste hier in der Runde darauf die Waffen strecken. Es folgte ein Remis gegen Mete Cubukcu, der deutlich stärker als sein Rating von 1651 spielte. Dies durfte auch René erfahren, der sich sogar vor der letzten Runde Hoffnungen aufs Podium machte, aber dann gegen Mete mehr oder weniger unterging.

Ein schönes kleines Turnier war das. Nur die Auswertung und Siegerehrung ließ eine gute Stunde auf sich warten, was die Nerven der Teilnehmer doch auf die Probe stellte. Es gewann Gerrit Geldner mit 6,5 Punkten vor Tyron mit 5,5 Punkten und Mete, der ebenfalls mit 5,5 Punkten auf Platz 3 landete. René war mit Platz 7 und 4,5 Punkten zufrieden.

Ergebnisse

Offenes Schachturnier in Neukölln

Am 27. September 2025 fand in Neukölln ein offenes Schachturnier statt. Ausgerichtet wurde das Turnier von Schwarz-Weiß Neukölln e.V. am Samstag, den 27. September 2025. In 4-er Gruppen wurde hier gespielt. Von unseren Verein nahm Sven Starke teil. Leider findet sich kein Bericht zu dem Turnier, sodass die Ergebnisse noch nachgereicht werden, sofern etwas veröffentlicht wird.

3. Ludwigsfelder Herbst

Am 13. September fand der dritte Ludwigsfelder Herbst statt. Die ersten Ausgaben gab es 2018 und 2019. Danach schlief die Turnierreihe offenbar wegen der Pandemie ein. 24 Spieler fanden den Weg nach Ludwigsfelde ins Waldhaus. Leider sehr wenig Spieler, aber die Turnier Konkurrenz an diesem Wochenende war sehr groß. Zeitgleich fand das Oranienburger Schachopen statt. In Rüdersdorf wurde Schnellschach gespielt. Und auch der Potsdamer Schachverein Mitte richtete ein schönes Schnellschach Turnier in Berlin aus.

Aber immerhin, bei 24 Spielen reicht es eben doch, für 6 Gruppen, die 3 Partien klassisches Schach im Rundensystem spielten. Natürlich nur jeweils in ihrer Gruppe. 3 Gruppen waren relativ stark also besetzt. In 3 weiteren Gruppen tobte sich der Nachwuchs aus.

Vom  PSV traten Peter Mecklenburg und René Kellner an. Letzterer schaute nicht schlecht, als durch die offene Tür Jonathan Carlstedt spazierte. Seines Zeichens immerhin ein internationaler Meister, der vor allen Dingen bekannt ist für seinen,  Schachladen in Charlottenburg, für sein Engagement bei der Zeitschrift Schach und für seine zahlreichen Kurse bei der Schachschule Chessemy.

Wie sich herausstellte, wohnt er nun im schönen Land Brandenburg. Und sein kleiner Sohn besucht den Ludwigsfelder Schachverein und lernt dort die ersten Züge. Bei dem netten und starken Papa als Trainer wird das mal bestimmt ein ganz starker Spieler werden.

Peter hatte, vorsichtig gesagt, wenig Ambitionen, war das doch das erste Turnier dieser Art Für ihn.  Gleich in der ersten Runde konnte er gegen einen erfahrenen Senior aus Neuenhagen punkten. In der zweiten Runde ging das Endspiel verloren. Und die dritte Runde wurde voller Stolz absolviert, denn Peter verlor hier mit besonderer und anmutiger Eleganz, indem er auf eine besondere Art und Weise seine Dame einstellte. Da gehen ein paar Punkte für die DWZ verloren, was aber mit Blick auf die nächsten Turniere im Herbst und Winter nichts ausmacht.

René durfte in einer sehr ausgeglichenen Gruppe mit 4 Spielern um die 1600 Elo spielen. Die erste Runde war ein harter Kampf. Und wurde letztendlich durch einen taktischen Fehler des Gegners im Endspiel entschieden. Da blieb sogar noch Zeit, um im lokalen Buchladen ein wunderbares Buch zu kaufen.

In der zweiten Runde ließ der Gegner dann einige Figuren stehen. Da merkt man eben doch, dass zwei Runden Schach sehr anstrengend sind. In der dritten Runde bot Rene schnell nach dem 10. Zug  Remis und konnte sich so den Gruppensieg sichern.

Ein schönes Turnierformat, was man mal einlegen kann. Aber man muss schon sagen, drei lange Schachpartien am Stück, das schlaucht schon ganz schön. Trotzdem eine schöne Vorbereitung auf die Saison.

René Kellner

10. Amateurcup der Schachfreunde Berlin 1903

Der September ist ein Monat voller Schachturniere. Man weiß gar nicht, wo man zuerst mitspielen soll.

Der 10. Amateurcup der Schachfreunde Berlin fand am 7. September 2025 mit 63 Teilnehmern statt. 3 Spieler unseres Vereins fanden am 7. September den Weg nach Berlin zu den Berliner Schachfreunden. Carsten Kühne, Rene und Adrian gedachten, fleißig Punkte zu sammeln. Jonathan wollte auch mitspielen, ging aber unterwegs irgendwie und irgendwo verloren.

Carsten Kühne legte stark los. 5 Siege aus 5 Partien sprachen für sich. Dann aber kam die Mittagspause. Und danach passierte leider wenig. Mit einem halben Punkt aus den weiteren 4 Partien dürfte Carsten bestimmt nicht zufrieden sein.

Adrian war weit vorne gesetzt und machte sich Hoffnungen, um den Turniersieg mitzuspielen. Aber auch er musste erfahren, dass das Berliner Schach unter anderem ein krasses Pflaster ist. In der dritten Runde verlor Adrian gegen eine 1700. In der Runde darauf sprang nur ein Remis heraus. So ging es ein bisschen frustriert in die Mittagspause. Immerhin zum Schluss standen 6 Punkte zu Buche. Adrian fand sich auf Platz 11 wieder. Dicht gefolgt von Carsten Kühne. Der auf Platz 12 mit 5,5 Punkten kam.

Bei René lief es nicht viel besser. Zahlreiche taktische Fehler, da mal eine Dame  stehen lassen dort mal ein Läufer übersehen. Was dazu führte, das ist leider nur bei 4 Punkten blieb. In der 11. Runde ging es nochmal gegen einen Jugendlichen. Wo René punkten wollte. Aber das wollte der Jugendliche leider auch. Und so hatte dieser das bessere Händchen und den Punkt mehr.

Trotzdem war es ein sehr gemütliches Turnier, was man nur jeden Schachfreund ans Herz legen kann. Nette Atmosphäre. Bulette mit Kartoffelsalat zum Mittag. Wer das nicht mag, wird beim türkischen Grill gegenüber fündig. Kann man mal so machen. Vielleicht nutzen ja nächstes Jahr mehr Spieler vom SV die Gelegenheit, die er sich mit anderen Amateurspielern zu messen.

Sieger wurde Adrian Sitte (SW Lichtenrade) mit 8,5 Punkten aus 9 Runden. Auf Platz 2 folgte Daut Tahiri (König Tegel) mit 7 Punkten. Den dritten Platz belegte Rishi Sanotra mit 6,5 Punkten.

Die Ergebnisse

René Kellner