Erfreulicherweise lebt in Potsdam eine Schachtradition wieder auf – der SV Babelsberg 03 lädt zum 38. Potsdamer Weihnachtsopen. Los ging es aber erstmal mit einem Schnellschachturnier mit dem klangvollen Namen „Schach unter dem Weihnachtsbaum“.
7 Runden wurden im VIP-Raum des Karli gespielt bei einem Modus von 10+5. Ein interessanter Modus – man spielt Schnellschach, darf aber auch nicht zu viel herumtrödeln, da man sonst schnell ins Blitzen kommt. Verlieren auf Zeit kann man eigentlich nicht.
Rolf Trenner gab nicht nur den Weihnachtsmann, sondern auch den Turnierorganisator. Und überhaupt standen viele Weihnachtsmänner herum, manche aus Luft, viele aus Schokolade und manche auch nur, wie der Autor dieser Zeilen, mit dickem Bauch getarnt.

25 Teilnehmer waren da, zumeist aus Potsdam und Umgebung wie etwa Nauen. Sogar ein versprengter Berliner hatte sich nach Potsdam verlaufen. Das Gerücht, dass Berliner Berlin nie verlassen und sich nicht nach Brandenburg trauen, wäre also wiederlegt.
Von unseren Verein wagten sich drei Jugendliche (Tigran, Leopold und Peter) sowie ein älterer Herr (René) ans Brett. Und es lief recht unterschiedlich.
René musste gleich in der ersten Runde gegen einen wertungslosen Gegner ran. Und reichte dem Gegner dann die Hand zur Aufgabe rüber. Was dieser mit großer Erleichterung zur Kenntnis nahm, da in diesem Augenblick ungedeckt sein Turm hing. Im Laufe des Abends wurde es auch nicht besser. 2,5 Punkte und schlechtester PSVler zum Schluss.
Dann war da dieser 8-jährige Mykhail Komar, der genau zwei Punkte machte – und zwar gegen Tigran und René. Peter hatte mit ihm spannenderweise keine Schwierigkeiten.
Überhaupt war festzustellen, Tigran und René beobachteten eher hinten das Geschehen. Während Peter es immerhin mal an Brett 2 schaffte, kritisch beäugt von Leopold.

Peter legte mit 1,5 Punkten gegen nominell stärkere Gegner gut los, streute dann noch einen Sieg und ein Remis ein und war am Ende mit 3 Punkten dabei.
Bester PSVler wurde Leopold auf den 10. Platz mit 4 Punkten. Nach Runde 4 und offensichtlicher Stärkung legte er einen Endspurt hin. Zwei Remis nebst einen Sieg gegen höher bewertete Gegner.

Tigran fiel vor allem auf, da er öfters von Peter auf zwei Armen durch die Gegend getragen wurde. Der Autor dieser Zeilen rätselt drei Tage nach dem Turnier immer noch, wieso.
Schachlich wusste Tigran selber zu berichten, dass es nicht so läuft. Erst in der 4. Runde kam der 1. Punkt, dann noch ein zweiter Punkt gegen einen nominell schlechteren Gegner. In der 7. Runde kam es dann auch noch zur Vereinspaarung zwischen René und Tigran. Im Rahmen des Weihnachtsfriedens einigte man sich auf ein Remis.

Alles in Allen ein schönes Turnier so kurz vor Weihnachten in entspannter und gemütlicher Atmosphäre. Schachlich hat von den PSVlern Leopold geglänzt, während der Rest mit Freude bei der Sache war.
Ein Gedanke zu „Schach unter dem Weihnachtsbaum“