Tag 2 beim Potsdamer Sommeropen 2026. Die Spieler kommen so langsam in Stimmung, in Turnierstimmung. Und doch ist das halbe Turnier schon wieder um.
Zeit um mal einen Blick auf die Paarungen zu werfen, die teilweise doch recht kurios sind. Nehmen wir einmal diese beiden Herren:

Nein, das sind nicht Vater und Sohn. Aber wenn Weiß einen Blick über das Brett schaut, sieht Weiß seine Zukunft. Gleicher Bart, gleiche Frisur – da ist man modemäßig einer Meinung.
Und lustig sind auch diese beiden Spieler.

An Brett vier ergab sich ein Vereinsduell – zwei Kreuzberger aus dem gleichnamigen Berliner Schachverein kloppen sich hier um den Punkt. Kurios – beide Berliner Kreuzberger kommen aus Potsdam.
Aber auch der PSV hat so seine Vereinsduelle, zum Beispiel dieses hier.

Da fasst sich Weiß schonmal an die Stirn. Der Potsdamer Nachwuchs duelliert sich normalerweise Freitag am Trainingsabend. Nun ist es eben Freitagnachmittag. In gewohnter Weise wie sonst auch wird die Partie ausgeblitzt und man einigt sich man doch auf Remis. Da half es auch nichts, das der Turnierdirektor Strafen für ein Remis angedroht hat.
Aber was war denn an den anderen Brettern los? Vereinsduell am Brett 1 – CM Mirco Eichstaedt gegen Adrian Faust. Dieses Remis wurde nicht geschoben, sondern ausgekämpft. Mit einem Turm, einen Läufer und gleicher Bauernstruktur zieht man nur umher.
An Brett 2, 3 und 4 siegen die Favoriten FM Holtel, CM Kracht und FM Tschernatsch. Mit Niclas Rohde und Daniel Rose, ebenfalls beide 3 aus 3, melden weitere Kandidaten ihre Titelabsichten an. Valentin Udelnov dagegen giibt einen halben Punkt ab. Während andere Teilnehmer bereits äußerst interessiert nach dem Seniorenpreisen fragen, haben nach der 3. Runde noch 10 Spieler eine weiße Weste.
Nun beginnt es jedoch an der Spitze spannend zu werden. Denn da lichten sich die Reihen und da waren es nur noch 5 mit voller Punkteausbeute. Vorne liegt Daniel Rose mit einem Hauch an Buchholz-Vorsprung vor FM Jasper Holtel. Am dritten Turniertag bekommt es Daniel mit dem CM Eichstaedt zu tun, der bekanntlich alle Tricks kennt und die Stellungen der Gegner zumeist aushungert.
Jasper muss gegen Daniel Woithe ran. Dieser junge Mann kam einst vom Dorf, spielte in Leegebruch sein erstes Schachturnier und wurde dann rasch in Briesen heimisch. Vor Jahren einer der nettesten Vereine in Brandenburg, neben dem PSV Potsdam natürlich. Der Turnierdirektor und Schreiber dieser Zeilen muss es wissen, denn er war das auch. Daniel ist schachlich gesehen ein zähes Luder, das wird nicht einfach für den FM aus dem hohen Norden.
Mit FM Johannes Tschernatsch und CM Raphael Kracht treffen zwei Gegner aufeinander, die zumindest wertzahlmäßig auf Augenhöhe spielen. Raphael spielt im SF Brackel 1930 e. V. und war dort augenscheinlich mal Vereinsmeister. Das ficht Johannes erfahrungsgemäß nicht an, der im Nebenhobby auch ein passabler Skatspieler ist.
An den folgenden Brettern lauern mit Marcel Wienöbst, Valentin Udelnov, CM Mirko Eichstaedt und Carsten Kühne gleich vier Spieler mit 3,5 Punkten, die auf Ausrutscher der ersten Bretter warten. Mit den beiden letztgenannten beiden Spielern hat der gastgebende Verein gleich zwei heiße Eisen im Feuer.
Es bleibt also auch am dritten Turniertag spannend…