Urlaub oder Turnier?! Im Nachhinein schwer zu sagen. Es fing damit an, dass unser Präsident Steffen eine Einladung für ein Turnier aus Polen bekam. Vom 28.09 -29.09 sollte es stattfinden.
Dafür suchte er natürlich gleich Verstärkung, moralisch und spielerisch. Die fand er in mir (Adrian) und Wolfgang Bullert.
Am Freitag ging die Reise los. Nachdem Steffen zuerst mich, dann Wolfgang eingesammelt hatte, ging es mit Viel Tatendrang nach Polen. Das Turnier sollte in 4 Gruppen ausgetragen werden. In Gruppe A sollte sogar ein FM spielen. Da wurde schon im Auto überlegt, wer sich ihn wohl vornehmen möchte. Niedliche 20 Spieler sollten es insgesamt werden in unserer Gruppe. Wir waren nach dem FM unter den ersten 5 gesetzt.
Irgendwann kamen wir dann gegen 20 Uhr im Hotel an, nachdem wir über Landstraßen und kleine Wäldchen gefahren waren, die ein wenig an Stephen King Bücher erinnerten.
Erster Eindruck: Tolles Hotel, genau am Wasser gelegen. Ansonsten hatte das kleine Örtchen nicht viel mehr zu zeigen. Nach dem einchecken, wobei unser Präsident seine Polnisch Kenntnisse vorführen konnte, ging es direkt ins Hotel Restaurant. Nach einer Stärkung und eventuell 1-2 Drinks ging es für ein paar Trainings- Blitzpartien noch aufs Hotelzimmer. Vorbereitung ist schließlich alles und mit einem Cocktail hat man schon immer mehr am Brett gesehen.
Samstag früh ging es hungrig aber hochmotiviert zum Frühstück. Die Polen verstehen etwas von gutem Essen. Nach dem Frühstück hätte man schon ein Nickerchen gebrauchen können.
Dann ging es nach einer kurzen Einführung auf Polnisch und Englisch los mit der ersten Runde. Aber was ist das?! kein FM zu sehen in der Liste und anstatt 20 sind es nur noch 13 Spieler in Gruppe A. Böse Zungen würden behaupten, es waren nur Platzhalter. Vielleicht hat der FM morgens auch nicht mehr aus dem Restaurant herausgefunden, wer weiß…
Steffen und Wolfgang waren nun an 3 und 4 gesetzt und ich an 1… Manno, Erfolgsdruck kann ja nur helfen.
Steffen fertigte seinen Gegner schnell ab und suchte nach gefühlt 30 min wieder die Kaffeemaschine. Wolfgang spielte relativ lange eine kämpferische Partie, was einen halben Punkte einbrachte. Ich durfte gegen jemanden spielen, der mit seinem Vater nicht nur hier zusammen spielte, sondern auch vor 7 Jahren bei unserem Sommeropen unterwegs war, Zufälle gibt es.
Nachdem mein Gegner in Zeitnot eine Qualle gab, ging es schnell bergab und ich durfte auch einen Punkt einsammeln.
Während der Partie wurden im Turniersaal Wasser, Saft und sogar Gebäck geboten und auf der Terrasse sogar belegte Brote etc. Das half über die lauten Kinder und Erwachsenen der anderen Gruppen und den Mikrofon Durchsagen während unserer Partien hinweg.
In der zweiten Partie durfte Wolfgang gegen meinen Erstrunden Gegner ran und übersah in besserer Stellung leider ein Qualitätsopfer. Steffen opferte inzwischen auf h7 rein und suchte kurze Zeit später wieder zufrieden die Kaffeemaschine. Ich durfte gegen einen 18 Jährigen gut trainierten Polen ran. Nach sehr langen Kampf und auch ein wenig (oder viel) Glück holte ich mir den nächsten Punkt.
Nach langer Pause (3min) setzte ich mich wieder ans Brett zur Runde 3 und auf einmal saß Steffen vor mir am Brett – Vereinsturnier in Polen. Nachdem Steffen mit allen Bauern in seiner Lieblingseröffnung nach vorne stürmte, gab ich zähneknirschend ein Bauern um aktiveres Spiel zu kriegen. Da Steffen anstatt einer ruhigen Rochade sich für eine andere Variante entschied, bekam ich schnell gutes Spiel und nach ein paar Taktischen Einschlägen, konnte ich etwas überraschend den 3 Punkt einsammeln.
Wolfgang spielte lange gegen einen Nachwuchstalent, auf Diskussionen ob Junge oder Mädchen will ich lieber nicht eingehen. Am Ende kam ein halber Zähler heraus.
Später am Abend, als wir zufrieden und satt im Restaurant saßen, setzte sich das Vater – Sohn Gespann zu uns an den Tisch. Geschäftsideen und Ausführungen zur Russischen Schachschule wurden uns vorgestellt/ erklärt. Bevor uns jemand fragt, ja wir haben uns sehr darüber gefreut. Es dauerte deshalb nicht lange bis wir mit einem Drink flüchteten, ich meine natürlich uns zurückzogen um noch ein bisschen zu Blitzen und den Samstag Abend ausklingen zu lassen, ohne Monologe von „Software“ Entwicklern und GM`s
Sonntag nach dem Frühstück durfte ich gegen den GM ich meinte gegen den Vater des Gespanns spielen. Ähnlich wie der Sohn in Runde 1, opferte er die Qualle und fand den Faden nicht mehr. Der 4 Punkt für mich und durch die Monologe meines Gegners am letzten Abend eventuell ein wenig schadenfroh ging in die Pause vor Runde 5.
Steffen durfte gegen einen anderen hochtrainierten 18 Jährigen Polen spielen, der leider einen Zug mehr sah in einer Opfervariante, so musste unser Präsident die Waffen strecken.
Auch Wolfgang durfte gegen den Nachwuchs spielen. Ein junges Mädchen die so ehrgeizig war, das sie beim versehentlichen umwerfen des Königs den Schiedsrichter rief und den Punkt reklamieren wollte. So was hat man auch noch nicht gesehen. Am Ende lies sich Wolfgang aber nicht beirren und die Partie endete Remis.
In der 5 und letzten Runde durfte Steffen gegen meinen Gegner aus Runde 2 spielen. Nach langem Kampf kam er nicht über einen halben Punkt hinaus. Am Ende standen solide 2,5 aus 5 bei Steffen auf dem Konto. Auch Wolfgang sicherte sich noch einen halben Punkt, womit der Gegner Glück gehabt haben sollte. Am Ende befanden sich sich 2 Punkte auf Wolfgangs Konto.
Ich spielte gegen Steffens Gegner aus Runde 4 der hinter mir mit 3,5 aus 4 auf Platz 2 Stand. Nach spannender Partie nahm ich die 3fache Zugwiederholung und durfte mich über den Turniersieg in Gruppe A freuen.
Nachdem wir alle Spieler, Organisatoren und uns selbst beklatscht hatten ging es nach der Siegerehrung gegen 16.30 Uhr nach Hause.
Am Ende kann man nur festhalten, Tolles Hotel, Mega Verpflegung vor Ort und eine Turnierorganisatoren, die vielleicht noch nicht alles perfekt gemachten haben, aber sehr engagiert und sehr offen auch uns gegenüber waren. Klare Empfehlung für weitere Turniere des Veranstalters. Vielleicht taucht ja beim nächsten mal der FM auf.
Adrian Faust

Adrian heimst den Preis für den 1.Platz ein.

Der Präsident überlegt, ob eine Kaffeemaschine verlost wird.

Unser Nestor „Bulli“ hat auf- und abgeräumt.