Joris rettet Mannschaftssieg

Zu einem heißen Duell kam es in der Regionalliga Nord zwischen Nauen III und PSV V. Beide Mannschaften traten teilweise mit Ersatzleuten an. PSV V musste auf Tigran und Marcel verzichten, die beide ihre siegreiche Premiere in der zweiten Mannschaft in der Landesklasse gaben.

Hochmotiviert wurde gestartet. Um 12.30 Uhr war immer noch keine Entscheidung gefallen, während in der benachbarten Landesklasse Nauen II – Wusterhausen schon zwei Bretter die Waffen streckten.

Los ging es mit einer Punkteteilung an Brett sechs. Martin fühlte sich nicht recht wohl in seiner Partie. Der Gegner Brendan Bochmann spielte eine unbekannte Eröffnung, freute sich aber ebenfalls über das Remis.

Doch nun geriet PSV V in den Rückstand. Am 2. Brett musste René die Waffen strecken. Sein Gegner Leonardo haute auf d5 mit dem Springer einen Bauern weg. Der konnte nicht genommen werden, denn René hatte seine nun ungedeckte Dame etwas misslich platziert. So brach die Stellung alsbald zusammen.

Auch Roman verlor gegen Lui Wahl eine Leichtfigur, hatte aber mit zwei Mehrbauern Kompensation. Einer davon schaffte es bis zur 7. Reihe. Sodann fehlte Roman ein Tempo. Er kam in Zugzwang und der gegnerische Springer zum Zuge. Somit lagen wir 2 Punkte hinten.

Dann begann die Aufholjagd. Felix am letzten Brett ist neu zum Verein dazu gestoßen und musste am achten Brett gegen Elias Hermann ran. Der Kleine hat in den letzten beiden Jahren einen Sprung gemacht und war nicht zu unterschätzen. Felix gewann im Laufe der Partie eine Leichtfigur und konnte das Ding dann sicher nach Hause schaukeln.

Als schlug dann Raki zu. In einem dynamischen Mittelspiel ging er auf Damenfang. Da steht der c-Bauer nach 12 Zügen schon mal auf der 6. Reihe des Gegners, während der eigene Springer auf b8 im 20. Zug immer noch nicht entwickelt ist. Der flotte Angriffsstil brachte aber den Punkt.

Ähnlich flott ging es am ersten Brett bei Lenny zu. Dieser spielte wie so oft weniger solides Schach, sondern eher alles oder nichts. Im Londoner System rupfte ihn zunächst sein erfahrener Gegner Bernd Zahn. Der Königsflügel lag bei Lenny schnell in Trümmern. Bernds König war zum Damenflügel rochiert. Lenny baute einen schönen Angriff auf und drückte mit allen, was ging. Nun wirklich jede Figur, vom Bauern bis zur Dame, war am Angriff beteiligt. Aber Bernd ist ein zäher Haudegen und verteidigte sich hartnäckig. Es blieb ein Turmendspiel, in dem dann die bessere Bauernstruktur gegen Lenny entschied.

Das Thema von Momme dieser Zeilen ist stets Zeitmanagement. Nach 15 Zügen standen auf seiner Uhr nur noch 35 Minuten gegen Emile Glück. Doch langes Nachdenken in einer kritischen Stellung muss kein Nachteil sein, wie sich in dieser Stellung zeigte. Der vom Albrecht-Beer-Gedenkturnier am Wochenende zuvor noch voll im Saft stehender Momme gewann erst eine Figur und dann die Figur.

So stand es nun 3,5 – 3,5 und die Partie von Joris gegen Thomas Löbig am 4. Brett musste entscheiden. Die Landesklasse nebenan hatte schon fertig, sodass sich die Partie zahlreicher Zuschauer erfreute. Die Nervosität war beiden anzumerken. Lenny wurde von Joris kurzerhand zum Auffüllen des Wasservorrates auf die Toilette geschickt. Joris drückte auf der c-Linie mit allen was ging, auf den Bauern auf c2. Der fiel dann auch, nachdem zuvor noch der Einzelbauer auf a2 gewonnen wurde. Dann begab sich ein verbundenes Bauernpärchen auf der a- und b-Linie auf Wanderschaft.

Der Gegner blieb derweil im Damenendspiel nicht untätig und bot wahlweise Dauerschach und Remis an. Joris entkam dem Einen und lehnte das andere ab, verlor aber dadurch seine beiden Mehrbauern. Darunter ein Mitglied des verbundenen Freibauernpaares. Mitunter reicht dann aber ein Freibauer, nämlich der auf b2, zum Sieg.

Eine geschlossene Mannschaftsleistung einer motivierten Truppe. Da kann sich der SV Werder beim nächsten Spiel am 15.11. warm anziehen.

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