Travemünde ist nicht die Vorrunde, die geographisch zu Potsdam am Nächsten liegt. Aber offenbar die Attraktivste… Spielte René hier in den letzten Jahren noch alleine, fanden sich diesmal 9 Mitglieder ein, um hier zu spielen. Mit Blick auf das Meer, den gestrandeten Wal haben wir nicht gesehen, wurde das Turnier ein voller Erfolg.
Aber erstmal wurde geblitzt. Taro, Steffen, Peter und Nils nahmen die Herausforderung an. Dave und René nahmen auch eine Herausforderung an, und zwar die eines Glas Bieres in der Bar.
123 Teilnehmer machten mit. Es galt, 7 Runden durchzustehen. Am Besten gelang das Nils mit Platz 8 und 5,5 Punkten. Nur in der sechsten Runde wurde gegen einen stärkeren Gegner geschwächelt. Bis zum nächsten Kandidaten ist es dann schon ein ganzes Stück. Steffen fand sich mit 4 Punkten auf Platz 46 wieder. Die letzten beiden Runden waren dann wohl zu viel. Gleich dahinter kommt Peter auf Platz 48, ebenfalls mit 4 Punkten. Ausgerechnet gegen Nils in der zweiten Runde wurde er gelost. Dafür gab es, außer in der 5. Runde, eine weiße Weste. Taro lief mit 3.5 Punkten auf Platz 57 ein. Für seine Verhältnisse wohl zu schlecht, aber die gewieften Gegner wollen eben auch gewinnen. Und leichte Beute gibt es hier nicht, das ist nicht das Potsdamer Monatsblitz.




Man sieht, unsere Recken waren stark am Denken. Den Turnierverlauf kann man hier einsehen:
https://s2.chess-results.com/tnr1380636.aspx?lan=0&art=4&SNode=S0
Nun galt es, im Hauptturnier zu bestehen. Um die 500 Spieler fanden den Weg nach Travemünde. Schade, dass das Turnier dieses Jahr im März war. In den letzten Jahren im Mai war es schon recht sonnig, sodass man in der Turnierpause baden gehen konnte. Aber auch dieses Jahr steht das Turnierhotel direkt am Strand. Große Pötte fahren direkt nebenan vorbei. Die gastronomische Versorgen ist mit diversen Buden am Strand gesichert. Egal ob man morgens um 10.00 Uhr den ersten Cocktail trinken will oder zum Krabbenbrötchen greifen möchte – andere Standorte der DSAM kommen da nicht mit. Man muss sagen, wie es ist.
Und der PSV war höchst erfolgreich. Im Laufe des Turnieres wurde der Weg zu den Punkten entdeckt. Morgens zum Frühstück ein Glas Prosecco und die Punkte kommen von selbst. Peter und Dave können es bestätigen. Und so kam, was kommen musste… Der PSV sicherte sich den 1. Platz der Mannschaftswertung vor dem HSK. Qualität schlägt Quantität, so könnte man es sagen.

Quelle: Deutscher Schachbund
Erfreulicherweise durften auch die PSV-Mitglieder auf die Bühne, die nicht in die Wertung eingingen. Vorne rechts Im Jonathan Carlstedt vertrat die Chesstigers und überreichte Preise.
Abends bot das Maritim eine erfrischende Infrastruktur. Eine Bar samt Pianisten (dessen Qualität diskussionswürdig war) für alle sowie ein Restaurant mit Buffet für René. Erfreulich die Gesellschaft diverser Nauener, allen voran Mario Oberling nebst bezaubernder Frau Ines und der Nauener Chef Marvin Hänsel. Dem Autor dieser Zeilen schwebt an dieser Stelle vor, mal wieder einen Freundschaftskampf zwischen beiden Vereinen anzuregen.
Wie waren nun aber die Ergebnisse? Rasant ging es in der B-Gruppe zu. Mit Nils, Taro und Dave waren gleich drei PSVler am Start. Und rahmten die Gruppe ein, Nils führte die Gruppe an. Taro bildete das Schlusslicht. Dieser hatte auch in der 1. Runde gleich Pech und erhielt ein Freilos. Ein Punkt, aber auch Freizeit ohne das geplante Schach. Da blieb mehr Zeit für den mitreisenden Opa.
Dave fand sich nach 5 Runden auf Platz 2 wieder. Somit ist er qualifiziert und darf zum Finale und zum Schachgipfel reisen. Ob er auch in die gegenüberliegende Semperoper gehen wird, ist derweil ungewiss. Mit drei Punkten und zwei Remis blieb Dave ungeschlagen.
Etwas schwerer hatte es Nils, der schlussendlich mit 3,5 Punkten auf Platz 9 landete. Hier schlug das Paarungspech zu. In der dritten Runde traf Nils auf den amtierenden U10-Meister Ares Kutlar vom HSK. Der Kleine hat schon eine 1945 Elo, nahm Nils auseinander und gewann auch folgerichtig die Gruppe. Da wird man noch einiges von ihm hören.
Für Taro hieß es Lehrgeld zahlen. Platz 44 und zwei Punkte standen am Schluss zu Buche. Viermal musste er gegen deutlich stärkere Gegner ran. Jede Runde lange Partien. In der 4 Runde kam dann endlich die Belohnung in Form eines Sieges gegen eine 2012.

Quelle Deutscher Schachbund
In der C-Gruppe spielten Susanne und unser Präsident Steffen. Susanne war schon vorqualifiziert. Was kein Anlass war, nachzugeben. Alle Runden wurden ausgekämpft, nur in der 5. Runde wurde fix remisiert. 2,5 Punkte und Platz 49 wurden notiert.
Der Chef Steffen wollte nach dem Desaster von Dresden im Vorjahr eigentlich kein DSAM-Turnier mehr spielen. Erfreulicherweise hat er sich eines besseren besonnen und fuhr mit nach Travemünde. Drei Punkte und Platz 22, zwei Plätze vor Schachfreund Oberling, können sich sehen lassen. Unser Chef hatte es besonders schwer. Spielte er doch auf einer Empore und musste so zum Rauchen lange Fussmärsche zurück legen.
Gastanalysator war The Big Greek, bekannt von Youtube. Während des Turniers war er gut ausgelastet und wurde gerne und oft fotografiert. Wie man aus seinem Podcast „Die Schachglatzen“ weiß, macht er seit einiger Zeit Fitness. Und tatsächlich wirkt er etwas schlanker.
In der Gruppe D versuchten Peter und René ihr Glück. Bei René lief es mit zwei Punkten und Platz 54 nicht sonderlich gut, was diesen aber nicht weiter störte. Schließlich war man da, um das Ambiente zu genießen. Peter fand sich dagegen vorne wieder und musste oft und gerne am Livebrett ran. Was die Vereinsjugend, insbesondere Tigran K., zum Zuschauen veranlasste. Peter hatte in einem Spiel die Qualität und Bauern weniger. Das sah die Vereinsjugend kritisch und teilte das auch telefonisch dem Vereinschef mit. Unser Peter ließ sich davon nicht beirren, fuhr vier Punkte und Platz 5 ein. Eine reife Leistung.

Quelle: Deutscher Schachbund
TBG, hier rechts zu sehen, durfte neben Peter auch aufs Bild.
Das Turnier seines Lebens spielte wohl Toli. Runde um Runde haute er die Gegner weg und blieb ungeschlagen. Nur in der zweiten Runde streute Toli ein Remis ein. 4,5 Punkte und Platz zwei, wegen der leicht schlechteren Buchholz, waren der Lohn. Somit ist auch Toli für das Finale qualifiziert und darf Peter und Dave zum Finale nach Dresden begleiten.

Quelle: Deutscher Schachbund
Toli sitzt links, TBG hat sich rechts schon wieder aufs Bild gemogelt.
Toli war nicht alleine da, sondern brachte seine Mama mit. Svetlana starte in der F-Gruppe und legte ein stabiles Ergebnis vor. 3 Punkte und Platz 28 – die ersten beiden Runden wurde genullt. Da war wohl eine Akklimatisierung notwendig. Aber dann wurde mit drei Siegen durchgezogen.
Eine tolle Erfahrung, mit diversen Vereinskameraden ein Turnier zu spielen. Das kann in 2027 wiederholt werden.




