Potsdamer Sommeropen 2026 – Etwas wird vermisst

Es wird etwas vermisst, die Sonne beispielsweise. Das Potsdamer Sommerturnier findet im kalendarischen Frühling und im gefühlten Herbst statt. Etwas stimmt also nicht, ganz und gar nicht.

Vermisst wird auch der Salat, und das Chili sin Carne. Das Mittagessen steht im Kühlschrank, daheim beim Cateringchef, der im Nebenberuf auch 1. Vorsitzender des Potsdamer Schachvereins Mitte e.V. ist. Das hat er vergessen und muss nun nochmal nach Hause. Da gerät die philosophische Diskussion, ob man nun unter die Zwiebelmettwurst Butter schmiert oder nicht, zur Nebensache.

Das Catering hebt Butter unter die Zwiebelmettwurst.

Vermisst wird nach der ersten Runde auch ein Bauer, ein schwarzer Bauer um genau zu sein. Entweder hat er die Flucht ergriffen. Oder jemand hat ihn eingesteckt. Als Bonusbauern, um ihn im entscheidenden Moment wie beim Tandem in der 2. Runde aufs Brett zu zaubern.

Vermisst wird auch was kerniges zu essen während der Partie, vom Turnierdirektor des PSV. Der Vereinsnachwuchs kann aushelfen, mit einem Knoppers, weigert sich aber, zur 2. Runde die Kinderschokolade herauszurücken.

Schach gespielt wurde übrigens auch. Zunächst ging die Eröffnung unfallfrei über die Bühne. Über die Eröffnungsmusik muss man diskutieren. Dem Hauptschiri scheint es zu gefallen, der Turnierdirektor hält es für Gedudel. Eine Reihe von Schachfreunden hat nicht mitbekommen, dass es keine Anmeldung gibt und kommt zu früh und hat dafür Zeit für einen Kaffee. Drei Bretter bleiben in der ersten Runde leer. Ursächlich sind ein kaputtes Auto, das die Anreise verhinderte, ein FM, der sich leider nicht abmeldete und ein dritter unbekannter Grund.

An den Brettern lassen die Spitzenreiter nichts anbrennen. Nur der Nestor Werner Püschel muss gegen Bernd Böttger etwas Federn lassen in Form eines Remis. Vorkommnisse gibt es keine.

Das Catering wird gut angenommen. Zwei Kuchen sind weg. Holger Borchers findet es hier nett und familiär. Dies aus den Mund des erfahrenen Haudegen ist wohl als Kompliment zu werten.

Der Schiri eröffnet die 2. Runde und kommt langsam in Form. Da kann man in den nächsten Tagen noch etwas erwarten. Wenn auch die Optik verbesserungswürdig wäre.

An den ersten vier Brettern gewinnen die Favoriten. Mit dem Exbrandenburger Daniel Lippert, nun in Magdeburg ansässig und in der Mathematik beheimatet, gibt es ein erstes Remis und somit einen halben Punkt Abstand auf den Favoritenkreis. Die restlichen 2000er+ gewinnen.

Vom Wetter einmal abgesehen ein schöner erster Turniertag ohne Vorkommisse. Der 2. Turniertag dürfte dann schon spannender werden, wenn die Spitzenbretter enger zusammenrücken und alsbald aufeinander treffen werden.

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